Diese attische Lekythos aus dem 4. Jahrhundert v. u. Z. diente der Aufbewahrung von Ölen, die im Alltag sowie in rituellen und funerären Kontexten von zentraler Bedeutung waren. Der bauchige Körper mit der weiten Mündung und dem schlanken Henkel spiegelt die vielseitige Nutzung dieses Gefäßtyps wider.
Bauchlekythen wurden häufig als Toilettengefäße von Frauen oder zur Aufbewahrung von Öl fürdie Reinigung in der Palästra der Männer verwendet. Die meisten Lekythen im 6. und 5. Jahrhundert v. u. Z. fanden jedoch als Grabbeigaben Verwendung, wobei sie Duftöle enthielten, die symbolisch als Opfergabe für die Verstorbenen dienten. Ab dem 5. Jahrhundert v. u. Z. wurden Lekythen größer und dienten auch als Grabdenkmäler, oft dargestellt auf Grabreliefs.
Das netzartige Muster in schwarzer Bemalung, das die Oberfläche dieser Lekythos ziert, ist typisch für die dekorative Gestaltung der attischen Keramik. Diese Verzierung betont die klare Gestaltung des Gefäßes und spiegelt die ästhetischen Vorlieben der damaligen Zeit wider.