Diese Textilie aus dem 19. Jahrhundert stammt aus der Kuba-Kultur der heutigen Demokratischen Republik Kongo und steht exemplarisch für die textilen Traditionen der Bakuba-Stämme. Kuba-Gewebe zeichnen sich durch komplexe geometrische Muster und ausgefeilte Webtechniken aus. Gefertigt aus Raffiapalmfasern, wurden diese Stoffe sowohl für zeremonielle Zwecke als auch zur Darstellung von sozialem Status verwendet.
Die strukturierte Anordnung von Schwarz- und Brauntönen verleiht dem Gewebe eine charakteristische Dynamik und reflektiert das gestalterische Wissen der Kuba-Kultur. Diese Textilien sind nicht nur Ausdruck technischer Perfektion, sondern auch Träger von kulturellen Bedeutungen, die soziale Hierarchien und spirituelle Werte innerhalb der Gemeinschaft symbolisieren.
Die kunstvollen Designs der Kuba-Textilien beeinflussten auch die westliche Kunst nachhaltig. Künstler wie Henri Matisse, Paul Klee und Pablo Picasso nahmen im frühen 20. Jahrhundert Anregungen aus der Formensprache und Ästhetik dieser zentralafrikanischen Kunsttradition auf. Diese Textilie ist daher ein wichtiges Artefakt mit kultureller und historischer Bedeutung und zeigt zugleich die globale Wirkung zentralafrikanischer Kunst.