Dieser Kelim aus dem 19. Jahrhundert zeichnet sich durch eine eindrucksvolle Komposition und eine lebendige Farbpalette aus. Das zentrale Motiv besteht aus großen, rautenförmigen Feldern, die symmetrisch angeordnet sind und von kleineren geometrischen Mustern umgeben werden. Diese geometrischen Ornamente verleihen dem Kelim eine dynamische, aber dennoch ausgewogene Struktur. Die kräftigen Farben – Rot, Gelb, Blau und Braun – wurden aus natürlichen Farbstoffen gewonnen und sind typisch für die Textiltradition der Region. Sie harmonieren miteinander und schaffen ein komplexes Farbenspiel, das sowohl visuell ansprechend als auch symbolisch bedeutend ist.
Die Farben und Muster des Kelims sind tief in der kulturellen Tradition und Lebensweise der Nomad:innen verwurzelt. Rot, als dominierende Farbe, symbolisiert Lebenskraft und Energie, während Blau für Ruhe und Schutz steht. Die symmetrischen Rauten und die klaren Linien verweisen auf eine archaische Formensprache, die nicht nur ästhetisch, sondern auch symbolisch auf Harmonie und Stabilität hinweist – essenzielle Werte in der oft unsicheren nomadischen Lebensweise.
Besonders hervorzuheben ist die technische Raffinesse, mit der dieser Kelim gefertigt wurde. Die Symmetrie und Präzision der Muster, gepaart mit der Verwendung hochwertiger Wolle, zeugen von der handwerklichen Meisterschaft der Weberinnen. Die Herstellung erfolgte vollständig in Handarbeit, ohne vorgezeichnete Muster, was den Kelim zu einem einzigartigen Kunstwerk macht. Jedes Element – von den Farben bis hin zur Struktur – erzählt eine Geschichte, die die tiefe Verbindung zwischen dem nomadischen Alltag und der spirituellen sowie ästhetischen Dimension der Textilien offenbart.