Dieser Kelim aus dem 19. Jahrhundert, gefertigt von den Ghashghai-Nomaden in der Region Fars, ist ein herausragendes Beispiel für die besondere Kunstfertigkeit dieser Gemeinschaft. Besonders bemerkenswert ist die verschachtelte Komposition der Diamantformen, die eine optische Tiefe und Dynamik erzeugt. Diese gestalterische Entscheidung ist in ihrer Präzision und Konsequenz außergewöhnlich und hebt diesen Kelim von vergleichbaren Stücken ab.
Die Farbpalette – bestehend aus leuchtendem Rot, warmem Gelb und intensivem Blau – wurde durch natürliche Farbstoffe erzielt und verleiht dem Stück seine Lebendigkeit. Die farbliche Ausgewogenheit der zentralen Motive und ihrer Umrandung betont die Symmetrie und die klare Linienführung der Komposition.
Die Bordüre, mit ihren filigranen geometrischen Mustern, bildet einen visuellen Rahmen, der den Blick ins Zentrum lenkt und die Verschachtelung der Formen noch eindrucksvoller zur Geltung bringt. Diese einzigartige Gestaltung ist ein Beleg für die tief verwurzelte Tradition und den innovativen Geist der Ghashghai-Weberinnen.