Dieser Gebetsteppich aus dem Südkaukasus stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeigt ein komplexes Design, das die künstlerischen und kulturellen Traditionen der Region widerspiegelt. Im oberen Bereich ist ein Mihrab-Motiv zu erkennen, das den Gebetsnischen islamischer Architektur nachempfunden ist. Dieses zentrale Element wird von geometrischen Mustern und symbolhaften Motiven umgeben, die durch kräftige Farben akzentuiert werden. Besonders auffällig sind die warmen Rottöne, tiefen Blautöne und hellen Kontraste, die dem Teppich seine charakteristische Lebendigkeit verleihen.
Die symmetrische Komposition verbindet traditionelle geometrische Formen mit symbolischen Elementen, die auf den Glauben und die spirituellen Praktiken der damaligen Zeit hinweisen. Die Bordüren, die den Teppich umrahmen, sind reich verziert und enthalten wiederkehrende Ornamente, die Schutz und Segen symbolisieren könnten. Solche Teppiche dienten nicht nur als Gebetsteppiche, sondern waren auch Ausdruck der handwerklichen Expertise und des ästhetischen Gespürs der Weber:innen.
Dieser Teppich ist ein beeindruckendes Beispiel für die Textilkunst des Südkaukasus und verdeutlicht die Verbindung zwischen praktischer Funktion und kultureller Bedeutung.