Dieser japanische Holzschnitt von Utagawa Toyokuni I entstand zwischen 1815 und 1820. Toyokuni war besonders für seine Yakusha-e bekannt – Schauspielerporträts und Szenen aus dem Kabuki-Theater.
Die Darstellung zeigt einen Shogun, der eine Nachricht empfängt, die er möglicherweise ratifizieren soll. Die beiden Personen im linken Bild drücken durch ihre Gestik und Haltung unterschiedliche Erwartungen an den Inhalt des Schreibens aus. Der Druck fängt die dramatische Spannung der Szene ein und spiegelt zugleich die Inszenierung von Schauspielern in prächtigen Kostümen und markanten Posen wider – ein Markenzeichen von Toyokunis Kunst.
Kabuki war in der Edo-Zeit eine äußerst beliebte Form des Theaters, besonders unter den Stadtbewohner:innen. Es verband Gesang, Pantomime und Tanz mit einer ausdrucksstarken visuellen Ästhetik. Toyokunis Drucke sind nicht nur künstlerisch bedeutend, sondern auch wertvolle kulturelle Dokumente, die Einblicke in die populäre Unterhaltung, die gesellschaftlichen Werte und die Mode dieser Zeit geben.