Entdecken Sie unsere Sammlung westasiatischer Keramik. Gefäße wie Amphoren, Krüge und Butterfässer sind bedeutende materielle Zeugnisse vergangener Kulturen. Sie gewähren Einblicke in die Lebensweise, Handelspraktiken und kulturellen Traditionen sowie in den technologischen Fortschritt der Gesellschaften, die sie hervorgebracht haben.
Hergestellt aus robuster Keramik, dienten Amphoren oft der Lagerung von Lebensmitteln wie Getreide, Öl, Wein sowie Milchprodukten wie Butter und Käse. Die bauchigen, enghalsigen Gefäße mit zwei bis acht Henkeln sind in erdigen Tönen oder lebendigeren Farben glasiert. Ihre archaischen Formen, Glasurfarben und Herstellungstechniken lassen sich bis in die Zeit der Elamiten und Babylonier (ca. 1.000 – 2.000 v. u. Z.) sowie der Arsakiden (3. Jh. v. u. Z. – 3. Jh. n. u. Z.) zurückverfolgen.
Krüge erfüllten unterschiedliche Funktionen, von der Aufbewahrung und dem Transport von Wasser, Wein oder Öl bis hin zu rituellen und religiösen Zwecken. Unsere Krüge stammen aus der Kultur der Amlash im Nordiran und sind durch eine breite Öffnung, einen Henkel und einen Ausguss gekennzeichnet. Die Dekorationen reichen von geometrischen Mustern bis zu figürlichen Darstellungen, die Geschichten oder religiöse Symbole abbilden.
Butterfässer fanden ihren Einsatz im häuslichen Bereich zur Herstellung, Lagerung und zum Transport von Butter. Sie besitzen eine längliche Form mit einer schmalen oberen und einer größeren seitlichen Öffnung. Ihre klare und funktionale Ästhetik weist interessante Parallelen zur modernen Skulptur auf, insbesondere in der Reduktion auf wesentliche Formen und die Wertschätzung handwerklicher Fertigung. So erinnern die schlichten Designs der Butterfässer an die Werke des Bildhauers Constantin Brâncuși, der als „Vater der modernen Skulptur“ gilt und sich auf die Essenz von Form und Material fokussierte. Beide, Butterfässer und moderne Skulpturen, verkörpern eine Rückkehr zu den Grundlagen, zur Reduktion und zur Wertschätzung handwerklicher Arbeit.