Unsere Sammlung griechischer Kunst zeigt die beeindruckende Töpferkunst des antiken Griechenlands. Sie zeichnet sich durch narrative Szenen und die Entwicklung von geometrischen zu naturalistischen Darstellungen aus. Griechische Töpfer:innen verwendeten verschiedene Stile, darunter die schwarzfigurige und rotfigurige Technik, um alltägliche, mythologische und heroische Szenen darzustellen, wodurch sie wichtige Einblicke in die griechische Lebensweise geben. Diese Sammlung spiegelt die ästhetische und funktionale Vielfalt griechischer Keramik wider.
Korinth war in der griechischen Antike eines der führenden Zentren der Keramikproduktion und Vasenmalerei. Die korinthische Keramik dieser Zeit zeichnet sich durch die schwarzfigurige Vasenmalerei aus sowie strenge geometrische Muster und Tierfriese als Dekoration auf hellem Ton. Später kamen mythologische Szenen und Figurendarstellungen hinzu. Korinth entwickelte einen spezifischen Stil bei Gefäßen wie Alabastron (Gefäße für Öle und Duftstoffe für Frauen), Kotylen (Trinkgefäße), Aryballoi (Salbgefäße für Männer), Pyxiden (Büchsen mit Deckel) und Amphoren (antike Vasen mit Henkel). Die korinthische Keramikproduktion war technisch und künstlerisch weit entwickelt. Die Vasenmalerei und Formgebung beeinflussten die gesamte griechische Keramikkunst nachhaltig.
Die Töpferkunst aus Attika in der griechischen Antike war von großer Bedeutung und Qualität. Attika verfügte über exzellente Tonvorkommen, die einen sehr hochwertigen und fein geschlämmten Ton lieferten. Dieser attische Ton war von besserer Qualität als in anderen Regionen und trug maßgeblich zur Entwicklung der attischen Keramikkunst bei. In Athen gab es im Kerameikos Viertel über Jahrhunderte hinweg konzentrierte Töpferwerkstätten. Die attischen Töpfer:innen schufen eine große Bandbreite an Keramikformen für unterschiedliche Zwecke – von Amphoren (Vasen mit Henkeln) über Kratere (Gefäße zum Mischen von Wein und Wasser), Hydrien (Wassergefäße) bis hin zu Lekythen (Ölgefäße) und Oinochoe (Weingefäße). Die attische Töpferkunst erlangte von der Archaik bis in die Klassik hinein eine führende Rolle.
Die Region Apulien war Teil der sogenannten Magna Graecia, einem Gebiet in Süditalien und Sizilien, das von griechischen Kolonisten besiedelt wurde und somit stark von der griechischen Kultur beeinflusst war. Apulische Keramikkunst dieser Zeit ist vor allem für ihre aufwendige Polychromie bekannt, bei der zusätzliche Farben auf die Oberfläche aufgetragen wurden. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. u. Z. begannen apulische Töpferwerkstätten, den attischen Stil der rotfigurigen Technik zu übernehmen. Allerdings entwickelten sie auch eine eigene Technik, die als "Gnathia Technik" bekannt ist. Für die Herstellung von Keramikwaren dieser Art wurden zusätzliche Farben wie Rot, Gelb und Grün auf die Oberfläche aufgetragen, um die Farben zu erzielen, die wir heute als "Gnathia Farben" bezeichnen. Diese Technik wurde für die Herstellung von Vasen, Krügen und Standfüßen verwendet.