Die Maya Kultur (2500 v. u. Z. – 1500 n. u. Z.), die sich über das heutige Mexiko, Guatemala, Honduras, Belize und El Salvador erstreckte, ist bekannt für ihre beeindruckenden Ruinen und Artefakte. Die Maya schufen detaillierte Skulpturen, Keramiken und Textilien. Ihre Schrift, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entziffert wurde, hat viele neue Erkenntnisse über ihre Kultur und Geschichte geliefert. Die Maya nutzten verschiedene Kalender und waren für ihre astronomischen und mathematischen Kenntnisse bekannt.
Die Azteken (14. – 16. Jh. n. u. Z.), die in Zentralmexiko lebten, sind bekannt für ihre kunstvollen Opfergaben und religiösen Artefakte. Diese Objekte wurden oft aus kostbaren Materialien wie Gold und Jade hergestellt und dienten als Weihegaben in religiösen Zeremonien. Die Azteken hinterließen auch beeindruckende architektonische Strukturen wie Pyramiden, die als Symbole ihrer Macht und Pracht galten. Ihre Kunstwerke, darunter filigrane Federschilde und komplexe Skulpturen, zeugen von ihrer hohen künstlerischen und handwerklichen Qualität.
Die Inka (15. – 16. Jh. n. u. Z.), die ein riesiges Reich in den Anden von Südamerika beherrschten, hinterließen zahlreiche architektonische Meisterwerke wie die Stadt Machu Picchu und die Hauptstadt Cusco. Ihre Objekte umfassen Keramiken, Textilien und Metallarbeiten, die oft religiöse und rituelle Bedeutung haben. Die Inka nutzten keine Schriftsprache, sondern ein Knotensystem namens Quipu zur Aufzeichnung von Informationen. Ihre Kultur war stark hierarchisch organisiert, und ihre Bauwerke zeugen von fortschrittlichen Techniken und einem hohen Organisationsgrad.
Die Nazca Kultur (2. v. u. Z. – 6. Jh. n. u. Z.), die im heutigen Peru blühte, ist besonders bekannt für die Nazca Linien, riesige Geoglyphen, die in die Wüste gezeichnet wurden. Diese Linien stellen Tiere, Pflanzen und geometrische Formen dar und sind bis heute ein Rätsel. Die Nazca schufen auch feine Keramiken und Textilien, die oft mit komplexen Mustern und Symbolen verziert waren.
Die Moche Kultur (5. – 6. Jh. n. u. Z.), ebenfalls in Peru ansässig, ist bekannt für ihre beeindruckenden Keramikarbeiten und Metallarbeiten. Sie schufen realistische Porträts in Form von Keramikgefäßen und waren Meister:innen der Metallverarbeitung, insbesondere in Gold und Kupfer. Ihre Pyramiden und Tempel, wie die Huaca del Sol und Huaca de la Luna, sind bedeutende archäologische Stätten.
Die Quimbaya Kultur (5. – 15. Jh.), die im heutigen Kolumbien lebte, ist berühmt für ihre Goldarbeiten. Die Quimbaya schufen exquisite Goldschmuckstücke und Figuren, die oft religiöse oder rituelle Bedeutung hatten. Ihre Kunstwerke sind bekannt für ihre feine Verarbeitung und die Verwendung von Goldlegierungen.