Die Textilien der Bakuba, einer traditionellen Handwerkskunst der Bakuba-Stämme in der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaire), haben bedeutende Künstler:innen der Klassischen Moderne wie Picasso und Georges Braque nachhaltig beeinflusst. Ursprünglich aus Naturfasern wie Rinde, Gräsern und Palmenblättern gefertigt, entwickelten die Bakuba später komplexe Webtechniken mit Baumwolle, Raffiabast und anderen Materialien. Ihre Muster und Designs sind oft geometrisch und abstrakt, enthalten aber auch figurative Elemente.
Die Mbuti-Textilien, insbesondere die aus Rindenbast, gehören zu den ältesten Textilien der Menschheit. Ihre Muster sind oft abstrakt und geometrisch, inspiriert von der Natur und spirituellen Überzeugungen. Diese Designs haben eine besondere ästhetische Sprache sowie vielfältige kulturelle und symbolische Bedeutungen und spiegeln die enge Verbindung der Mbuti mit ihrer natürlichen Umgebung wider.
Bei den Bakuba und Mbuti ist die Herstellung der Textilien geschlechtsspezifisch aufgeteilt: Während die Männer für die Grundstoffe verantwortlich sind, übernehmen die Frauen die künstlerische und dekorative Veredelung. Diese Arbeitsteilung spiegelt die kulturellen und sozialen Strukturen der jeweiligen Gemeinschaften wider und zeigt die wichtige Rolle, die Frauen in der Produktion und Gestaltung dieser traditionellen Textilien spielen.
Die afrikanischen Masken in unserer Sammlung stammen von verschiedenen indigenen Stämmen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und besitzen eine reiche kulturelle Bedeutung. Sie wurden für Rituale, Tänze, Initiationen und als Talisman verwendet. Die Masken kommen von den Dan-Stämmen aus Liberia und der Elfenbeinküste sowie von den Lwala, Lega, Pende, Woyo und Bakuba aus der Demokratischen Republik Kongo.
Die Dakakari, eine kleine Volksgruppe im Nordwesten Nigerias, sind bekannt für ihre einzigartigen Grabskulpturen aus Terrakotta, die in einer mütterlich weitergegebenen Kunstform von Frauen gefertigt werden. Die phallischen, hohlen und reich ornamentierten Terrakottaköpfe der Bura Asinda Sikka Kultur sind charakterisiert durch ihre Einfachheit und das Reliefdekor aus länglichen Erhebungen.
Die Holzskulpturen des Zulu-Stammes aus dem 19. Jahrhundert fangen mit abstrakten Formen, präzisen Linien und kunstvollen Schnitzereien die tiefgreifende Tradition, Rituale und Spiritualität des Zulu-Volkes ein. Die Holzskulpturen der Dogon haben eine rituelle und spirituelle Bedeutung, während die Senufo meist Vogeldarstellungen zeigen, die den Alten huldigen und die Jungen beschützen sollen.
Kunst aus Afrika hat einen tiefgreifenden Einfluss auf westliche Künstler:innen ausgeübt, insbesondere auf die Entwicklung des Kubismus. Künstler wie Pablo Picasso, Henri Matisse und Fernand Léger fanden in den expressiven Formen und der stilistischen Reduktion afrikanischer Masken und Skulpturen eine neue Bildsprache, die ihnen half, die Stagnation der europäischen Kunst zu überwinden und innovative künstlerische Ausdrucksformen zu entwickeln. Diese oft als "primitive" Stammeskunst abgetanen Kunstwerke besitzen eine enorme künstlerische Tiefe und Ausdruckskraft, die im Westen lange marginalisiert wurde. Kunst aus Afrika spiegelt nicht nur die vielfältigen kulturellen und sozialen Strukturen wider, sondern ist auch ein bedeutendes künstlerisches Erbe, das durch seine formale und ästhetische Komplexität besticht. Die expressive Kraft und die innovative Formensprache dieser Kunstwerke haben die westliche Kunstszene revolutioniert und sind ein Beweis für ihren hohen künstlerischen Wert, der weit über die bloße Funktionalität hinausgeht.